Bersigar BG1617 im Test: Günstige Automatik-Taucheruhr mit Saphirglas

SR Getestet von Sebastian Rau · Aktualisiert am 21. Juli 2026
Bersigar

BG1617 Automatikuhr

Automatikuhr · Taucheruhren
Kaliber / Uhrwerk
Miyota

Das hat uns überzeugt

  • Saphirglas – kratzfest und hochwertig
  • 100 m wasserdicht mit verschraubter Krone
  • Sichtboden mit Blick auf das Automatikwerk
  • Datum und Wochentag auf einen Blick
  • Wertige Optik mit Keramiklünette und achteckigem Edelstahlgehäuse
  • Werkzeug zum Kürzen des Armbands im Lieferumfang

Das gefällt uns weniger

  • Ganggenauigkeit schwankt spürbar – Kundenberichte nennen bis zu rund 1 Minute Abweichung pro Tag
  • Einfaches Miyota-Werk statt eines präziseren Seiko NH35
  • Edelstahlarmband teils klapprig und leicht scharfkantig, Feineinstellung schwierig
  • Schwache Leuchtmasse
  • Derzeit bei Amazon nicht verfügbar
Wasserdichtigkeit10 bar
GlasSaphirglas
Kaliber / UhrwerkMiyota
Handaufzug
Sekundenstopp
Verarbeitung 2,1
Ganggenauigkeit 2,6
Tragekomfort 1,6
Ablesbarkeit 1,7
Preis-Leistung 1,3

Note 8,2 von 10 – die Bersigar BG1617 ist eine der größten Überraschungen in unserem großen Automatikuhren-Test. Für den Preis einer besseren Quarzuhr bekommst du hier eine echte Automatik-Taucheruhr mit Saphirglas, Keramiklünette und 100 Metern Wasserdichtigkeit – die ich selbst mehrfach auf 40 Meter Tiefe getaucht habe. Aber Vorsicht: Eine Schwäche zieht die Uhr spürbar nach unten. Ihre stärkste Disziplin ist mit 9,4 Punkten das Preis-Leistungs-Verhältnis, ihre Achillesferse die Ganggenauigkeit. Warum sie trotzdem einen Platz am Handgelenk verdient, liest du hier.

Erster Eindruck: Hier stapelt jemand tief

Nimmt man die Bersigar BG1617 das erste Mal in die Hand, passt der Preis nicht zum Eindruck. Das achteckige Edelstahlgehäuse, die Keramiklünette, der Sichtboden mit Blick auf den arbeitenden Rotor – optisch spielt die Uhr eine Klasse höher, als sie kostet.

Das Design lehnt sich unverkennbar an die Aquaracer einer bekannten Schweizer Marke an. Das muss man mögen, mich hat es sofort abgeholt. Und anders als bei vielen günstigen Hommage-Uhren steckt hier kein Quarzwerk, sondern eine echte Automatik. Genau das macht sie für Einsteiger so interessant.

Verarbeitung: Saphir und Keramik zum Kampfpreis (7,9)

Der größte Trumpf steckt vorn: Saphirglas. In dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit – die meisten Konkurrenten sparen hier und verbauen Mineral- oder Hardlex-Glas. Dazu kommen eine verschraubte Krone, eine Keramiklünette und ein sauber gebürstetes Edelstahlband.

Ganz ohne Abstriche geht es aber nicht. Das Armband wirkt eine Spur klapprig und ist an den Kanten etwas scharf – und die Lünette hat minimales Spiel. Auch die Feineinstellung der Bandlänge ist fummelig, weil sich die Glieder nur in größeren Schritten anpassen lassen.

💡 Unser Tipp: Das Werkzeug zum Kürzen des Armbands liegt bei – nimm dir für die Einstellung ruhig ein paar Minuten Zeit, dann sitzt die Uhr deutlich besser.

Praxistest: 40 Meter unter Wasser

Hier wird es ernst, denn eine Taucheruhr muss ins Wasser. Die BG1617 ist mit 10 bar (100 Meter) angegeben, und ich habe sie mehrfach selbst auf rund 40 Meter Tiefe mitgenommen – ohne Beanstandung. Kein Beschlag, kein Wassereintritt, die verschraubte Krone hält dicht.

Die einseitig drehbare Lünette rastet etwas unpräzise, erfüllt zum Abtauchen aber ihren Zweck. Ehrlich bleiben muss man trotzdem: Das ist eine Taucheruhr im Stil, keine ISO-zertifizierte Profi-Ausrüstung. Für den Urlaub, den Pool und gelegentliche Tauchgänge im Freizeitbereich reicht sie locker – den täglichen Berufstaucher-Einsatz würde ich ihr nicht zumuten.

Ganggenauigkeit: die klare Schwachstelle (6,8)

Und da ist das Aber. Im Inneren arbeitet ein einfaches Miyota-Automatikwerk – das genaue Kaliber gibt Bersigar nicht einmal an. Der Verkäufer nennt eine Toleranz von −30 bis +45 Sekunden pro Tag, und in der Praxis kann die Uhr spürbar davonlaufen.

Das ist der Punkt, an dem der günstige Preis zurückschlägt. Wer eine Uhr will, die über Tage hinweg fast auf die Sekunde stimmt, wird hier nicht glücklich. Für eine Automatik in dieser Preisklasse ist die Abweichung noch im Rahmen – rekordverdächtig ist sie aber nicht. Deshalb nur 6,8 Punkte in dieser Disziplin.

Tragekomfort und Ablesbarkeit (8,9 / 8,7)

Am Handgelenk macht die BG1617 vieles richtig. Sie trägt sich angenehm, wirkt präsent, ohne zu klobig zu sein – dafür gibt es starke 8,9 Punkte im Tragekomfort.

Auch die Ablesbarkeit passt: klares Zifferblatt, gute Kontraste, und praktisch ist die zusätzliche Anzeige des Wochentags neben dem Datum. Der einzige Wermutstropfen ist die schwache Leuchtmasse – im Dunkeln musst du schon genau hinschauen. Unterm Strich bleibt die Uhr aber gut ablesbar (8,7).

Bersigar BG1617 oder Seiko 5 Sports?

Die spannendste Frage: Wie schlägt sich die Bersigar gegen unseren Testsieger, die Seiko 5 Sports? Beide sind günstige Automatikuhren – aber sie setzen unterschiedliche Prioritäten.

Die Seiko gewinnt beim Herzstück: Ihr Kaliber 4R36 läuft präziser, bietet Handaufzug und Sekundenstopp und ist bestens dokumentiert. Dafür hat sie „nur“ Hardlex-Glas. Die Bersigar kontert mit Saphirglas, höherer Wasserdichtigkeit und der auffälligeren Optik – verliert aber klar bei der Ganggenauigkeit.

Kurz gesagt: Willst du die verlässlichere Technik, nimm die Seiko. Willst du fürs gleiche Geld mehr Uhr fürs Auge und einen Taucher-Look, ist die Bersigar einen Blick wert.

Seiko

Seiko 5 Sports SRPD55

Der Einsteiger-Klassiker in Schwarz — robust, genau, bezahlbar

Kaliber / Uhrwerk
Seiko 4R36
Gangreserve
41 h
Varianten
5 ab 256,00 €
UVP 269,00 € ab 256,00 €
Zum Angebot

Das gefällt uns

  • Bewährtes 4R36-Werk mit Sekundenstopp und Handaufzug
  • Hervorragende LumiBrite-Leuchtmasse
  • Robustes Gehäuse mit sauber rastender Lünette

Das stört uns

  • Krone nicht verschraubbar
  • Serienarmband wird der Uhr nicht gerecht
  • Hardlex- statt Saphirglas

Für wen lohnt sich die Bersigar BG1617?

Die BG1617 ist die richtige Uhr für dich, wenn du mit kleinem Budget in die Welt der Automatikuhren einsteigen willst und Wert auf Optik, Saphirglas und einen Taucher-Look legst. Als Zweit- oder Urlaubsuhr macht sie richtig Spaß.

Weniger geeignet ist sie, wenn Ganggenauigkeit für dich oberste Priorität hat – dann bist du mit der Seiko 5 oder einer Tissot mit Powermatic-80-Werk besser bedient.

💡 Hinweis: Die Uhr ist bei Amazon aktuell nur zeitweise verfügbar. Wenn sie dir gefällt, lohnt es sich, das Angebot im Auge zu behalten.

Fazit: Starkes Preis-Leistungs-Paket mit einem Aber

Die Bersigar BG1617 holt mit 8,2 von 10 Punkten eine richtig gute Note – vor allem, weil sie beim Preis-Leistungs-Verhältnis (9,4) fast alles richtig macht. Saphirglas, Keramiklünette, 100 Meter Wasserdichtigkeit und ein echtes Automatikwerk zu diesem Kurs sind eine Ansage.

Die schwankende Ganggenauigkeit verhindert die Spitzennote, ist bei diesem Preis aber verschmerzbar. Wer damit leben kann, bekommt eine optisch überzeugende Taucheruhr, die deutlich teurer aussieht, als sie ist.

Wie sie sich gegen die restliche Konkurrenz schlägt, siehst du in unserem kompletten Automatikuhren-Test mit allen bewerteten Modellen im direkten Vergleich.

Häufige Fragen

Ist die Bersigar BG1617 eine echte Taucheruhr?

Ja, mit Einschränkung. Sie ist mit 10 bar (100 m) wasserdicht, hat eine drehbare Lünette und eine verschraubte Krone – im Test war sie mehrfach problemlos auf 40 Meter Tiefe im Einsatz. Es ist allerdings eine Taucheruhr im Stil und keine ISO-zertifizierte Profi-Taucheruhr.

Welches Uhrwerk steckt in der Bersigar BG1617?

Ein japanisches Miyota-Automatikwerk. Das genaue Kaliber gibt der Hersteller nicht an. Es ist robust und günstig, läuft aber weniger präzise als etwa das Seiko-Kaliber 4R36.

Wie genau geht die Bersigar BG1617?

Das ist ihre Schwachstelle. Der Verkäufer nennt eine Toleranz von −30 bis +45 Sekunden pro Tag, und in der Praxis kann die Uhr spürbar abweichen. Für eine Automatik in dieser Preisklasse ist das noch akzeptabel, aber kein Spitzenwert.

Hat die Bersigar BG1617 Saphirglas?

Ja. Sie ist mit kratzfestem Saphirglas ausgestattet – in dieser günstigen Preisklasse eher die Ausnahme und einer ihrer größten Vorzüge.

Bersigar BG1617 oder Seiko 5 Sports – welche ist besser?

Kommt auf deine Priorität an. Die Seiko 5 Sports (Testsieger mit 9,2 Punkten) hat das präzisere Werk mit Handaufzug und Sekundenstopp. Die Bersigar bietet dafür Saphirglas, mehr Wasserdichtigkeit und den auffälligeren Taucher-Look zum kleineren Preis.

SR
Sebastian Rau

Sebastian ist Gründer und Testredakteur von Automatikuhren.de. Seine Begeisterung für mechanische Uhren begann 17 mit seiner ersten Automatikuhr, einer Mido Multifort – und wurde schnell mehr als ein Hobby. Was ihn bis heute fasziniert, ist der Reiz echter Uhrmacherkunst: ein Uhrwerk, das ganz ohne Batterie läuft, angetrieben allein von der Bewegung am Handgelenk.

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Bersigar BG1617 Automatikuhr

1,9Gut
Seiko 5 Sports SRPD55Alternative 9,2 Tissot Seastar 1000 Powermatic 80Alternative 9,2