Note 9,0 von 10 – die Gigandet Sea Ground G2 ist eine der stärksten Überraschungen in unserem großen Automatikuhren-Test. Für rund 199 Euro bekommst du hier ein echtes Seiko-NH35-Automatikwerk, 300 Meter (30 bar) Wasserdichtigkeit und ein massives Gehäuse aus 316L-Edelstahl – Werte, für die andere Marken das Doppelte verlangen. Ich habe die Sea Ground G2 selbst am Handgelenk und mit unter Wasser gehabt. Wo sie überzeugt, wo sie an ihre Grenzen kommt und warum sie unserem Testsieger gefährlich nahe kommt, liest du hier.
Erster Eindruck: Taucher-Optik mit Vintage-Charme
Die Gigandet Sea Ground G2 trägt ihr Erbe offen zur Schau: Die Silhouette erinnert klar an die klassischen Taucheruhren-Ikonen, bekommt durch das Design aber einen eigenen, leicht angestaubten Vintage-Charakter. Das Modell gibt es in mehreren Zifferblattfarben – mein Testexemplar trägt ein dunkelgrünes Blatt mit passender Lünette, und das steht ihr richtig gut.
Mit 43 Millimetern Durchmesser ist sie eine echte Ansage am Handgelenk. Wer schon einmal eine massive Taucheruhr getragen hat, weiß, was ihn erwartet. Wer bisher nur schlanke Uhren kennt, sollte sich auf einen Brocken einstellen.
Verarbeitung: massiv und tauchfest (9,3)
Hier liegt die größte Stärke. Gehäuse und Armband bestehen aus massivem 316L-Edelstahl – dem gleichen Stahl, den auch teure Marken verwenden. Das Ganze fühlt sich wertig und robust an, und im Zweifel lässt sich der Stahl nach Jahren sogar wieder aufarbeiten.
Ganz perfekt ist es aber nicht: An der drehbaren Lünette sind mir stellenweise etwas scharfe Kanten aufgefallen. Das ist Meckern auf hohem Niveau, kostet aber den letzten Feinschliff. Unterm Strich bleibt eine Verarbeitung, die für 199 Euro schlicht überragend ist – dafür gibt es starke 9,3 Punkte.
💡 Unser Tipp: Wenn dir die scharfen Kanten unangenehm auffallen, lässt sich das ein Uhrmacher in wenigen Minuten leicht entschärfen.
Das Uhrwerk: Seiko NH35 Automatikwerk
Im Inneren tickt das, was diese Uhr so besonders macht: ein Seiko-Instruments-Kaliber NH35. Dieses Werk gilt in der Szene als einer der zuverlässigsten Motoren für bezahlbare Automatikuhren – kein Wunder, dass es in unzähligen Mikromarken steckt.
Du bekommst damit Handaufzug und Sekundenstopp: Beim Herausziehen der Krone bleibt der Sekundenzeiger stehen, du kannst die Zeit sekundengenau setzen. Die Gangreserve liegt bei 42 Stunden. Gigandet gibt eine Toleranz von −20 bis +40 Sekunden pro Tag an.
In der Praxis läuft die Uhr ordentlich, sammelt über mehrere Tage aber kleine Abweichungen an – nichts Dramatisches für ein Werk dieser Klasse, aber der Grund für die 8,7 Punkte in der Ganggenauigkeit.
Praxistest: 300 Meter, die auch halten
Eine Taucheruhr muss ins Wasser – und die Sea Ground G2 macht das mit. Mit 300 Metern (30 bar) ist sie üppiger abgedichtet als die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse. Verschraubte Krone und verschraubter Boden sind dafür die Voraussetzung, und beides sitzt satt.
Ich war mit ihr selbst tauchen, und sie hat mich dabei überzeugt: kein Beschlag, kein Problem, die Lünette lässt sich auch mit nassen Fingern bedienen. Anders als viele günstige „Taucheruhren“, die nur so aussehen, ist das hier eine, der ich im Wasser wirklich vertraue.
Tragekomfort und Ablesbarkeit (8,8 / 9,0)
Den 43-mm-Brocken merkst du am Handgelenk – mit 195 Gramm ist die Sea Ground G2 kein Leichtgewicht. Das gehört bei einer echten Taucheruhr dazu, kostet aber ein paar Punkte beim Komfort (8,8). Ein kleiner Kritikpunkt ist die Sicherheitsfaltschließe: Die Feinverstellung ist grob gerastert, sodass das Armband bei mir entweder etwas zu straff oder einen Tick zu locker sitzt.
Bei der Ablesbarkeit macht die Uhr dagegen fast alles richtig (9,0). Das Zifferblatt ist klar strukturiert, das Mineralglas mit Saphirbeschichtung ist top ablesbar und bislang kratzfrei geblieben. Die Datumslupe hilft – verschwimmt je nach Blickwinkel aber leicht. Den einzigen echten Schwachpunkt sehe ich bei der Leuchtmasse, die ich im Dunkeln kaum wahrgenommen habe.
Gigandet Uhren: Qualität und Herkunft
Weil das oft gefragt wird: Sind Gigandet Uhren gut? Für ihren Preis eindeutig ja. Gigandet ist eine deutsche Uhrenmarke, die auf bewährte japanische Werke von Seiko Instruments setzt und dafür massive, ordentlich verarbeitete Gehäuse liefert. Das ist ein ehrliches Preis-Leistungs-Konzept, keine Luxus-Manufaktur – und genau so sollte man die Marke einordnen.
Wo werden Gigandet Uhren hergestellt?
Die Marke sitzt in Deutschland, die Werke kommen aus Japan. Wo die Uhren final montiert werden, kommuniziert Gigandet nicht offensiv – für diese Preisklasse ist eine Fertigung in Asien üblich. Am Ergebnis am Handgelenk ändert das wenig: Du bekommst spürbar mehr Uhr, als der Preis vermuten lässt.
Gigandet Sea Ground oder Seiko 5 Sports?
Der spannendste Vergleich führt zu unserem Testsieger, der Seiko 5 Sports SRPD55 . Kurios: Die Gigandet nutzt mit dem NH35 praktisch die gleiche Werkefamilie wie Seiko – und packt sogar mehr Wasserdichtigkeit (300 statt 100 Meter) und ein massiveres Gehäuse obendrauf.
Warum liegt die Seiko dann mit 9,2 zu 9,0 knapp vorn? Das liegt an den Feinheiten: Die Seiko ist eine Spur sauberer verarbeitet, kompakter und damit alltagstauglicher. Die Gigandet kontert mit mehr Uhr fürs Geld und der kompromissloseren Taucher-Ausrichtung.
Kurz gesagt: Willst du die alltagstauglichere, feinere Uhr, nimm die Seiko. Willst du den maximalen Taucher-Gegenwert für unter 200 Euro, ist die Gigandet Sea Ground G2 kaum zu schlagen.
Für wen lohnt sich die Gigandet Sea Ground G2?
Die Sea Ground G2 ist die richtige Uhr für dich, wenn du eine echte, tauchfähige Automatik-Taucheruhr mit Seiko-Werk suchst und dabei nicht viel ausgeben willst. Für Einsteiger, die eine erste ernsthafte Automatik am Handgelenk wollen, ist sie eine der besten Optionen unter 200 Euro.
Weniger geeignet ist sie, wenn du ein schmales Handgelenk hast oder eine dezente, leichte Uhr suchst – dann sind 43 Millimeter und 195 Gramm einfach zu viel.
💡 Übrigens: Die Sea Ground G2 ist in mehreren Zifferblattfarben erhältlich. An den Messwerten und unserer Bewertung ändert die Farbe nichts – nimm einfach die Variante, die dir optisch am besten gefällt.
Fazit: Kaum zu schlagender Taucher-Gegenwert
Die Gigandet Sea Ground G2 holt mit 9,0 von 10 Punkten eine hervorragende Note – und das vor allem, weil sie beim Preis-Leistungs-Verhältnis (9,4) fast alles richtig macht. Seiko-NH35-Werk, 300 Meter Wasserdichtigkeit und massiver 316L-Stahl für rund 199 Euro sind ein echtes Brett.
Die leicht scharfen Lünettenkanten und die schwache Leuchtmasse verhindern die Spitzennote, sind bei diesem Preis aber gut zu verschmerzen. Wer eine ehrliche Taucheruhr fürs Geld sucht und mit der Größe klarkommt, macht hier kaum etwas falsch.
Wie sie sich gegen die restliche Konkurrenz schlägt, siehst du in unserem kompletten Automatikuhren-Test mit allen bewerteten Modellen im direkten Vergleich.
Häufige Fragen
Welches Uhrwerk hat die Gigandet Sea Ground G2?
Ein japanisches Seiko-Instruments-Kaliber NH35. Es bietet Automatikaufzug, zusätzlichen Handaufzug und Sekundenstopp sowie eine Gangreserve von 42 Stunden und gilt als eines der zuverlässigsten Werke für bezahlbare Automatikuhren.
Wie wasserdicht ist die Gigandet Sea Ground G2?
Sie ist bis 300 Meter beziehungsweise 30 bar wasserdicht. Verschraubte Krone und verschraubter Gehäuseboden machen sie zu einer echten Taucheruhr, mit der ich selbst problemlos tauchen war.
Sind Gigandet Uhren gut?
Für ihren Preis ja. Gigandet ist eine deutsche Marke, die bewährte japanische Seiko-Werke mit massiven, ordentlich verarbeiteten Gehäusen kombiniert. Das Ergebnis ist ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis – keine Luxusuhr, aber deutlich mehr Uhr, als der Preis vermuten lässt.
Wo werden Gigandet Uhren hergestellt?
Die Marke Gigandet sitzt in Deutschland, die Uhrwerke stammen von Seiko Instruments aus Japan. Wo die Uhren final montiert werden, kommuniziert der Hersteller nicht offensiv – für diese Preisklasse ist eine Fertigung in Asien üblich.
Gigandet Sea Ground G2 oder Seiko 5 Sports – welche ist besser?
Die Seiko 5 Sports (Testsieger, 9,2 Punkte) ist feiner verarbeitet und alltagstauglicher. Die Gigandet Sea Ground G2 (9,0 Punkte) bietet mit 300 statt 100 Metern Wasserdichtigkeit und massiverem Gehäuse den größeren Taucher-Gegenwert fürs Geld.