Die Tissot Le Locle Powermatic 80 ist eine der schönsten Dress Watches ihrer Preisklasse – und holt sich in unserem Test die Gesamtnote 1,6. Fürs Geld bekommst du eine echte Schweizer Automatik mit dem Powermatic-80-Werk und rund 80 Stunden Gangreserve. Zwei Dinge haben im Alltag gestört: die umständliche Faltschließe und eine Krone, die sich im Test gelöst hat. Woran das liegt und für wen sich die Uhr trotzdem lohnt, liest du hier.
Das Wichtigste in Kürze
Die Kurzfassung des Tests auf einen Blick:
Design und Verarbeitung
Auf dem Handgelenk wirkt die Le Locle deutlich teurer, als sie ist. Das versilberte Zifferblatt mit dem feinen Guilloché-Muster, die römischen Ziffern und die gebläuten Zeiger ergeben ein klassisch-elegantes Bild. Das polierte Edelstahlgehäuse ist sauber verarbeitet, das Saphirglas kratzfest, und durch den gläsernen Sichtboden schaust du dem Rotor beim Arbeiten zu.

Mit 39,3 mm Durchmesser und nur 9,75 mm Höhe trifft die Le Locle den klassischen Dress-Watch-Formfaktor ziemlich genau – sie rutscht problemlos unter jede Hemdsärmel-Manschette.
Für das aufgerufene Geld liefert die Le Locle eine Optik, die man locker zwei Preisklassen höher vermuten würde. Das Guilloché-Blatt macht einfach was her.
Sebastian, Redaktion
Das Powermatic-80-Werk
Im Inneren arbeitet das Powermatic 80 (ETA-Kaliber C07.111) – ETAs modernes Automatikwerk mit rund 80 Stunden Gangreserve. Legst du die Uhr am Freitag ab, läuft sie am Montag also noch. Die patentierte Nivachron-Spirale macht das Werk zudem unempfindlicher gegen Magnetfelder und Temperaturschwankungen.
Das Werk taktet mit 3 Hz (21.600 Halbschwingungen/h), der Sekundenzeiger läuft dadurch einen Tick ruhiger als bei einem 4-Hz-Werk. Wie so ein Automatikwerk grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Ratgeber Wie funktioniert eine Automatikuhr; eine Einordnung aller gängigen Kaliber findest du im Überblick zu Uhrwerken und Kalibern.
Im Alltag: Schließe und Krone
Zwei Punkte haben im Test genervt – und die sollte man ehrlich benennen.
Die Faltschließe am Lederband ist gewöhnungsbedürftig. Das Öffnen und Schließen wirkt umständlich, bis man den Dreh raushat, dauert es ein paar Tage. Ein Sicherheitsgewinn gegenüber einer klassischen Dornschließe, ja – aber komfortabel geht anders.
Gravierender: Bei uns hat sich im Test die Krone gelöst bzw. ist herausgerutscht. Die Folge war, dass die Uhr stehen blieb oder sich das Datum verstellt hat. In der Praxis heißt das: Achte darauf, die Krone nach dem Stellen wirklich vollständig in die Grundposition zurückzudrücken. Bleibt sie in einer Zwischenstellung, stoppt das Werk.
Ablesbarkeit und Tragekomfort
Trotz des verspielten Zifferblatts liest sich die Le Locle hervorragend ab. Die gebläuten Zeiger heben sich klar vom hellen Untergrund ab, die römischen Ziffern sind groß und sauber gedruckt, und das feine Guilloché-Muster stört den schnellen Blick auf die Zeit nicht. Ein dezentes Datumsfenster bei der 3 rundet die Anzeige ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Tragekomfort: Durch die flache Bauhöhe und das weiche Lederband liegt die Le Locle angenehm am Handgelenk. Nur die erwähnte Schließe trübt das Bild etwas.
💡 Tipp: Band schnell wechseln
Die Le Locle hat Quick-Release-Federstege. Du kannst das blaue Lederband also ohne Werkzeug in Sekunden gegen ein Stahlband oder ein NATO tauschen – und umgehst damit auch die gewöhnungsbedürftige Faltschließe, falls sie dich dauerhaft stört.
Preis-Leistung
Hier spielt die Le Locle ihre größte Stärke aus. Eine echte Swiss-Made-Automatik mit Powermatic-80-Werk, Saphirglas und Sichtboden zum aktuellen Preis von aktuellen Preis im Shop prüfen ist fair kalkuliert – gerade weil das Werk sonst in deutlich teureren Uhren steckt.
Wer statt der eleganten Dress Watch lieber etwas Sportlich-Robustes mit demselben Werk sucht, findet in der Tissot Seastar 1000 Powermatic 80 eine Alternative aus gleichem Hause.
Für wen lohnt sich die Tissot Le Locle?
Die Le Locle ist die richtige Uhr für alle, die eine klassisch-elegante Automatik für Büro, Anzug und festliche Anlässe suchen – und dabei echtes Schweizer Uhrwerk statt Mode-Quarz wollen.
Weniger geeignet ist sie für den harten Alltag am Wasser (nur 3 bar) oder für alle, die eine völlig unkomplizierte Schließe erwarten. Wer damit leben kann, bekommt eine wunderschöne Uhr fürs Geld.
Fazit
Die Tissot Le Locle Powermatic 80 ist eine sehr schöne Schweizer Dress Watch mit einem hervorragenden Werk und einem fairen Preis – dafür gibt es die Note 1,6. Die umständliche Faltschließe und die Krone, die sich im Test gelöst hat, verhindern eine noch bessere Wertung.
Unterm Strich: Wer eine elegante Automatik mit echtem Schweizer Kaliber sucht und die kleinen Handling-Eigenheiten kennt, macht mit der Le Locle wenig falsch.
Häufige Fragen
Welches Uhrwerk steckt in der Tissot Le Locle?
Das Powermatic 80 (ETA-Kaliber C07.111), ein Schweizer Automatikwerk mit rund 80 Stunden Gangreserve und patentierter Nivachron-Spirale, die es unempfindlicher gegen Magnetfelder macht.
Wie viel Gangreserve hat die Tissot Le Locle?
Rund 80 Stunden. Legst du die voll aufgezogene Uhr am Freitagabend ab, läuft sie am Montag noch.
Ist die Tissot Le Locle wasserdicht?
Sie ist bis 3 bar (30 m) wasserdicht. Das genügt für Händewaschen und Regen, zum Schwimmen oder Tauchen ist die Le Locle als Dress Watch aber nicht gedacht.
Warum bleibt die Uhr stehen oder verstellt sich das Datum?
In unserem Test löste sich die Krone und rutschte in eine Zwischenstellung – dann stoppt das Werk oder das Datum verstellt sich. Achte darauf, die Krone nach dem Stellen vollständig in die Grundposition zurückzudrücken.
Ist die Tissot Le Locle ihr Geld wert?
Ja. Für eine echte Swiss-Made-Automatik mit Powermatic-80-Werk, Saphirglas und Sichtboden ist der Preis fair. In unserem Test erreicht sie die Note 1,6.
