Klarstein Brienz im Test: Zwei Uhren, drei Rotationsarten — und eine Frage der Lautstärke

R Getestet von Redaktion · Aktualisiert am 27. Juli 2026
Klarstein

Brienz

Uhrenbeweger
Anzahl Uhren
2
Lautstärke
38 dB
Stromversorgung
Netzteil
Varianten
12 ab 47,34 €
ab 47,34 €
Zum Angebot

Das hat uns überzeugt

  • Solide, für die Preisklasse hochwertige Verarbeitung
  • Elegante, zurückhaltende Optik
  • Zuverlässige, vollautomatische Funktion
  • Stimmungsvolle blaue LED-Beleuchtung
  • Fairer Preis von rund 72 €

Das gefällt uns weniger

  • Geräuschpegel je nach Exemplar sehr unterschiedlich — häufigster Kritikpunkt
  • Beleuchtung polarisiert: entweder man mag sie oder gar nicht
  • Tür nur aus Acryl statt echtem Glas
Anzahl Uhren2
TPD min650
TPD max1500
Lautstärke38 dB
StromversorgungNetzteil
DrehmodiIm Uhrzeigersinn, Gegen Uhrzeigersinn, Wechselnd (bidirektional)
Amazon Bester Preis 93,49 € Zum Angebot

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Preisverlauf — 3 Monate

100 € 86 € 72 € Juli Aug.
Tiefstpreis: 72,23 € Höchstpreis: 99,99 €
Verarbeitung 1,9
Optik 1,9
Funktionen 2,1
Lautstärke 2,6
Preis-Leistung 2,0

Note 2,2 und 7,6 von 10 Punkten im Test — der Klarstein Brienz landet damit im soliden Mittelfeld unserer Uhrenbeweger-Tests. Für rund 72 € bekommst du einen Beweger für zwei Automatikuhren, vier einstellbare TPD-Stufen von 650 bis 1500, drei Rotationsarten und blaue LEDs hinter einer Acryltür. Klingt nach viel Ausstattung fürs Geld — und das ist es auch. Der Haken liegt woanders: beim Geräusch. Warum wir dem Brienz trotzdem eine klare Empfehlung aussprechen (aber nicht für jeden Aufstellort), liest du hier.

Das Wichtigste in Kürze

Der Klarstein Brienz ist ein Zwei-Uhren-Beweger für rund 72 €. Verarbeitung und Optik überzeugen für die Preisklasse, die Technik läuft zuverlässig. Schwachpunkt ist der Geräuschpegel — der fällt je nach Exemplar sehr unterschiedlich aus.

  • 2 Uhren, 4 TPD-Stufen (650 / 900 / 1200 / 1500)
  • 3 Rotationsarten: rechts, links, wechselnd
  • Acryl-Tür, blaue LED-Beleuchtung, 4-V-Netzteil
  • 24 × 16 × 15,5 cm, 2,1 kg
  • Gesamtwertung 7,6 / 10 — Note 2,2

Verarbeitung und Optik: mehr, als der Preis vermuten lässt

8,2 Punkte für Verarbeitung — das ist für einen Beweger unter 80 € ein starker Wert. Das Gehäuse wirkt in der Hand deutlich wertiger, als die 72 € vermuten lassen: saubere Kanten, kein Knarzen, keine sichtbaren Klebespuren. Mit 2,1 Kilo steht der Klarstein Brienz satt auf dem Sideboard und wandert nicht herum, wenn der Motor arbeitet.

Einen Abzug gibt es trotzdem: Die Tür besteht aus Acryl, nicht aus Glas. Im Neuzustand fällt das kaum auf — Acryl ist optisch nah dran. Aber Acryl bekommt über die Jahre feine Kratzer, und die siehst du irgendwann. Wer den Beweger täglich öffnet und schließt, sollte das einkalkulieren.

Die Optik geht ebenfalls mit 8,2 in die Wertung. Zurückhaltendes Design, dunkle Front, keine überflüssigen Zierelemente. Was uns besonders gut gefällt: Der Brienz sieht nicht nach Billigprodukt aus, auch nicht neben deutlich teureren Modellen wie dem Klarstein St. Gallen Premium.

Funktionen: vier TPD-Stufen, drei Rotationsarten

7,8 Punkte für die Funktionen. Die Ausstattung ist für die Preisklasse überdurchschnittlich: Du kannst zwischen 650, 900, 1200 und 1500 Umdrehungen pro Tag wählen und dazu die Drehrichtung festlegen — im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder wechselnd.

Damit deckst du praktisch jedes gängige Automatikwerk ab. Ein Seiko 4R36 ist mit 650 TPD gut bedient, ETA- und Sellita-Werke laufen meist zwischen 650 und 900. Die 1500er-Stufe brauchst du selten — sie schadet aber auch nicht, weil der Klarstein Brienz in Intervallen arbeitet und nicht durchgehend dreht.

Warum dann keine höhere Note? Weil die Bedienung über kleine Schalter auf der Rückseite läuft und es kein Display gibt. Du musst dir merken, welche Stellung welcher TPD-Zahl entspricht. Das ist kein Drama, aber teurere Beweger machen das komfortabler.

Lautstärke im Test

Hier müssen wir ehrlich sein: 6,8 Punkte sind unsere schwächste Teilwertung — und das aus gutem Grund.

Unser Testexemplar lief leise. Ein gleichmäßiges, tiefes Surren während der Drehintervalle, dazwischen Stille. Im Wohnzimmer nicht störend, im Arbeitszimmer neben dem Schreibtisch je nach Empfindlichkeit grenzwertig.

Aber: Der Geräuschpegel ist beim Brienz der mit Abstand häufigste Kritikpunkt in Kundenrezensionen — und die Berichte gehen weit auseinander. Manche beschreiben ihn als flüsterleise, andere hören ein deutliches Rattern oder Klackern. Das deutet auf Serienstreuung hin, nicht auf ein grundsätzliches Konstruktionsproblem. Klarstein baut hier offenbar mit Toleranzen, die man bei 72 € akzeptieren muss.

Unsere Einordnung: Rechne damit, dass dein Exemplar leise ist — aber kaufe dort, wo du unkompliziert zurückschicken kannst. Und stell den Klarstein Brienz nicht ins Schlafzimmer, wenn du leicht aufwachst.

Die blaue LED-Beleuchtung — Geschmackssache

Die blauen LEDs setzen die Uhren stimmungsvoll in Szene, gerade abends. Wir mögen den Effekt. Aber er polarisiert: Ein Teil der Käufer findet das Blau zu kalt, zu grell oder schlicht zu sehr nach Gaming-PC. Ein neutrales Warmweiß wäre die diplomatischere Wahl gewesen.

Die gute Nachricht: Die Beleuchtung lässt sich abschalten. Wenn dir das Blau nicht zusagt, hast du danach einen völlig unauffälligen Beweger. Die LED ist also kein Ausschlusskriterium — anders als etwa die Lautstärke.

Unser Tipp zum Aufstellort

💡 Stell den Brienz nicht direkt auf eine hohle Holzplatte oder ein dünnes Regalbrett. Das Möbelstück wirkt sonst als Resonanzkörper und verstärkt das Motorgeräusch spürbar. Ein Filzuntersetzer oder eine dünne Korkmatte unter dem Gehäuse kostet zwei Euro und macht bei diesem Modell den größten Unterschied — mehr als jede Einstellung am Gerät selbst.

Preis-Leistung: 8,0 Punkte

Rund 72 € für einen Zwei-Uhren-Beweger mit vier TPD-Stufen, drei Rotationsarten und ordentlicher Verarbeitung — das ist fair kalkuliert. Vergleichbare Geräte mit dieser Ausstattung liegen häufig zwischen 90 und 130 €.

Unterm Strich zahlst du beim Brienz vor allem mit Toleranz gegenüber dem Laufgeräusch. Wer einen absolut geräuschlosen Beweger braucht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen — dann landest du eher beim Klarstein St. Gallen II oder in einer ganz anderen Preisklasse.

Ein Punkt fehlt zur Höchstwertung, weil die Acryltür und die etwas fummelige Bedienung zeigen, wo gespart wurde. Das ist legitim bei diesem Preis — aber es ist eben spürbar.

Fazit: solide Empfehlung mit einer klaren Einschränkung

Der Klarstein Brienz macht das Wesentliche richtig. Er hält zwei Automatikuhren zuverlässig in Gang, sieht dabei gut aus und kostet wenig. Note 2,2 — verdient.

Die Einschränkung: Ob du ein leises oder ein hörbares Exemplar bekommst, ist Glückssache. Für Wohnzimmer, Ankleide oder Arbeitszimmer ist das unkritisch. Fürs Schlafzimmer würden wir ihn nicht empfehlen — jedenfalls nicht ungetestet.

Wer 72 € ausgeben will und mit dieser Unsicherheit leben kann, bekommt hier eines der besseren Preis-Leistungs-Angebote im Einsteigersegment.

Ich hatte bei dem Preis mit deutlich mehr Kompromissen gerechnet. Am Ende war die Lautstärke der einzige Punkt, über den ich wirklich nachdenken musste — alles andere war schlicht besser als erwartet.

Redaktion Automatikuhren.de

Häufige Fragen

Wie viele Uhren passen in den Klarstein Brienz?

Zwei. Der Brienz hat zwei separat angetriebene Uhrenkissen, die du unabhängig voneinander bestücken kannst. Für mehr Uhren brauchst du ein größeres Modell.

Welche TPD-Einstellung ist die richtige für meine Uhr?

Der Brienz bietet 650, 900, 1200 und 1500 TPD. Die meisten gängigen Automatikwerke — Seiko 4R36, ETA 2824-2, Sellita SW200 — kommen mit 650 bis 900 TPD gut zurecht. Im Zweifel startest du mit der niedrigsten Stufe und erhöhst nur, wenn die Uhr stehenbleibt. Mehr ist hier nicht automatisch besser.

Ist der Klarstein Brienz leise genug fürs Schlafzimmer?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Unser Testexemplar lief leise, aber die Rückmeldungen streuen deutlich — manche Geräte sind hörbar lauter. Fürs Schlafzimmer würden wir ihn deshalb nur empfehlen, wenn du ihn vorher testen und bei Bedarf zurückschicken kannst.

Lässt sich die blaue Beleuchtung ausschalten?

Ja. Die LED-Beleuchtung ist separat abschaltbar. Wenn dir das Blau zu kalt ist, betreibst du den Beweger einfach ohne Licht.

Läuft der Klarstein Brienz auch mit Batterien?

Nein. Der Brienz wird ausschließlich über das mitgelieferte 4-V-Netzteil betrieben. Einen Batteriebetrieb gibt es nicht — du brauchst also eine Steckdose in der Nähe.

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